Veröffentlicht am: Di, 24. Juli, 2018

EM-Aus trotz Sieg

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Die Schweiz verabschiedet sich bereits wieder von der Heim-Europameisterschaft. Trotz eines Sieges gegen Norwegen hat es nicht zum Einzug in den Halbfinal gereicht.

Norwegen trat bislang souverän auf. Beide bisherigen Spiele konnten die Skandinavierinnen gewinnen und es sich damit leisten, im letzten Gruppenspiel gegen die Schweiz gleich sieben Spielerinnen in die Startaufstellung zu nehmen, welche bisher kaum, oder gar nicht zum Einsatz kamen. Die Gastgeberinnen mussten nicht nur einen Sieg erspielen, sondern auch gleichzeitig auf Schützenhilfe Frankreichs hoffen. Nur mit einem Sieg der westlichen Nachbarinnen, und einem mit mindestens einem Tor höheren der Schweizerinnen, wäre der Einzug unter die letzten Vier noch möglich gewesen.

Entsprechend schaute man während der gesamten Partie auch immer nach Zug zum Spiel der beiden Finalisten des letzten Jahres. Lange sah es so aus, als würde Frankreich den ersten Treffer der Partie erzielen. Doch vor 1618 Zuschauerinnen und Zuschauern war es die Schweiz, welche in den beiden Parallelspielen erstmals jubeln konnte. Bereits nach sieben Minuten zirkelte Malin Gut einen Eckball derart perfekt auf Géraldine Reuteler, dass diese nur noch einnicken musste. Trotz der frühen Führung war noch nichts in trockenen Tüchern. Hinzu kam, dass auch das B-Team der Norwegerinnen gute Konterqualitäten aufwies. Drei Minuten nach dem Führungstreffer der Schweiz verzog Elise Stenevik nur knapp. So blieb es zur Halbzeit bei der knappen Führung der Schweiz, welche das Spiel diktierte und überzeugend auftrat.

EM-Aus für Nora Häuptle und ihr Team (Archivbild: Andy Scherrer)

Nach dem Seitenwechsel war es wieder die Schweiz, welche jubeln konnte. Eine Flanke von Tyara Buser segelte ins Aus, die Unparteiische erkannte aber auf Eckball. Wieder war es Malin Gut, diesmal von der rechten Seite, die Reuteler suchte, fand, und sich einen Assist gutschreiben lassen konnte. Knapp eine Stunde war gespielt, und die Schweiz hätte gar auf 3:0 erhöhen können. Doch Alisha Lehmann segelte nach einem Freistoss von Fiona Hubler knapp am Ball, und damit dem dritten Treffer des Teams von Nora Häuptle vorbei. Noch immer war die Führung der Schweiz nur wenig wert, den in Zug stand es auch nach einer Stunde noch 0:0. Nach 69 Minuten wurde die Freude in Wohlen getrübt, Spanien ging mit 1:0 in Führung und Frankreich hätte nun gleich zwei Tore erzielen müssen. Noch enger wurde es für die Schweiz, als Stenevik mit einem langen Ball von der Mittellinie Lillegard suchte, verfehlte, aber auch gleich Herzog düpierte. Der Anschlusstreffer war Tatsache und die Schweiz benötigte nun gar ein drittes Tor, immer hoffend, dass Frankreich noch deren zwei erzielen würde. Der Ausgleich der Französinnen kam zu spät. Nach 80 Minuten fiel zwar ein Tor, für einen weiteren Treffer reichte aber die Zeit nicht. So musste sich Frankreich, wie bereits im EM-Final 2017, wieder Spanien geschlagen geben, da die Ibererinnen die Führung eine Minute vor Ende der regulären Spielzeit wieder herstellen konnten. Das beinahe gleichzeitig erzielte Tor von Alisha Lehmann, nach einem schönen Zuspiel von Fiona Hubler, wurde zu nicht mehr als einer Randnotiz. Die Schweiz gewann am Ende mit 3:1 gegen die bisher ungeschlagenen Norwegerinnen, muss sich aber dennoch von der Heim-Europameisterschaft verabschieden. Das Team von Nora Häuptle konnte sich im Vergleich zu den Vorbereitungsspielen zwar deutlich steigern und wusste über weite Strecken zu begeistern, die sich selbst gesetzten Ziele wurden aber verpasst. Damit qualifizierten sich in der Gruppe A Norwegen und Spanien, in der Gruppe B Dänemark und Deutschland. Die Niederlande, siegreich in den beiden ersten Partien, unterlagen den Däninnen und müssen sich nur wegen des schlechteren Torverhältnisses aus der Schweiz verabschieden.


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  1. Ich habe bei allen drei Spielen mitgefiebert. Heute am Halbfinaltag dauert es mich, dass die Mannschaft ihre Vision nicht umsetzen konnte. Entscheidend für mich ist jedoch, dass sie die Erfahrungen aus Titelkämpfen in ihr emotionales Palmares mitnehmen kann. Sie wird aus dieser EM gestärkt in die Quali für die nächste EM steigen. Dann ist die Halbfinalqualifikation doppelt wichtig, da sie die Quali für die nächste WM bedeutet.

    Somit bleibt es vorläufig dabei: Yannick Schwéry bleibt der erfolgreichste Trainer einer U-19 Frauenfussballnationalmannschaft. Er hat sich mit der U-19 Nati zwei Mal auf sportlichem Weg für eine Europameisterschaft (2009 Weissrussland; 2011 Italien) und zwei mal auf sportlichem Weg für eine Weltmeisterschaft (2010 Deutschland; 2012 Japan) qualifiziert.
    Es ist jedoch wie mit vielem im Leben. Die Zeit wird kommen, wo auch diese Aussage nicht mehr gültig ist.

    Hopp SFV-Nati-Ladies

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