Veröffentlicht am: Sa, 12. Mai, 2018

Aarau steigt ab – GC klettert

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In der drittletzten Runde der Meisterschaft ist es besiegelt: Der FC Aarau Frauen steigt nach nur einer Saison wieder in die zweithöchste Liga ab. An der Spitze der Tabelle ist allerdings weiterhin alles möglich. 

FC Aarau Frauen – Lugano Femminile 2:3 (0:1)

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Unter diesem Motto haben sich die Aufsteigerinnen in jeder Runde motiviert und glaubten auch heute daran, dass das Unmögliche noch möglich gemacht werden könne. Sieben Punkte lag das Team von Andreas Zürcher vor der heutigen Runde hinter Yverdon Féminin, neun Punkte waren noch zu vergeben. Entsprechend brauchte es einen makellosen Endspurt, während die Westschweizerinnen alle Spiele zu verlieren haben. Yverdon verlor heute in Basel tatsächlich, doch damit war es nicht getan. Bis kurz vor der Pause war der FCA auf Kurs, doch dann kam bereits der erste Dämpfer. In der zweiten Minute der Nachspielzeit brachte Cara Curtin die Luganesi in Führung.

Der Weg führt für Andreas Zürcher (l) und sein Team zurück in die NLB (Archivbild: Dominik Stegemann / fan-Fotos.ch)

Nach dem Seitenwechsel drückte Aarau und setzte alles daran, den schnellen Ausgleich zu erzielen. Als dies Erne in der 64. Minute gelang, begann auf dem Schachen in Aarau auch die Hoffnung zurück zu kehren. Diese währte allerdings nicht lange. Denn gleich in der folgenden Minute erzielte die für Curtin eingewechselte Krsteva den erneuten Führungstreffer für die Gäste. Die Aargauerinnen warfen nun alles nach vorne, mussten aber in der 91. Minute das 1:3 in Kauf nehmen. Der abschliessende Treffer von Mara Gloor (93.), auch sie in der zweiten Halbzeit eingewechselt, war dann aber nichts als Resultatkosmetik. Die Niederlage und damit der Abstieg war besiegelt. Mangelnde Moral konnte man den Aarauerinnen nicht vorwerfen. Mit der schlechtesten Defensive der Liga, wie auch der schlechtesten Offensive ist der Abstieg aber durchaus gerechtfertigt. So mag es ein schwacher Trost sein, dass man wenigstens mehr Punkte als Derendingen, dem Absteiger der letzten Saison, generieren konnte. Lugano konnte sich den 5. Platz sichern, zumal Luzern auch in Zürich verlor.

BSC Young Boys – Grasshopper Club Zürich 1:2 (1:1)

Marisa Wunderlin macht es mit ihrem im Kampf um Platz 3 nochmals spannend (Bild: Dominik Stegemann / fan-fotos.ch)

Im Kampf um den dritten Platz wird es zum Ende der Saison noch einmal spannend. Die Grasshoppers zeigen sich in bester Form und könnten YB auf dieser Position noch ablösen. Die Bernerinnen kamen am Mittwoch gegen Luzern nicht über ein 2:2, das sie selbst “leistungsgerecht” bezeichneten, hinaus. GC konnte die Zentralschweizerinnen vor einer Woche bezwingen (unser Bericht vom 06.05.2018), in der Mittwochsrunde gewannen die Zürcherinnen mit 4:2 gegen Aarau, und auch in Bern sicherten sie sich heute die volle Punktzahl. Schon nach 4 Minuten sorgte Caroline Müller für den Führungstreffer, allerdings vermochte Kim Dubs das Team von Marisa Wunderlin vier Minuten vor der Pause nochmals auf 1:1 heran zu bringen. In der 53. Minute stellte Sara Krisztin die alte Ausgangslage aber wieder her. Mit diesem Sieg liegen die Hoppers punktgleich mit YB auf Rang vier und lassen auf den eigentlich bedeutungslosen Plätzen die Spannung nochmals aufkeimen.

FC Basel 1893 – Yverdon Féminin 5:0 (2:0)

Mit zwei weiteren Treffern an die Spitze der Torschützinnenliste: Eunice Beckmann (Archivbild: Florian Hepberger)

Am vergangenen Mittwoch verlangte Yverdon dem FC Zürich Frauen alles ab. Zwar konnten die Zürcherinnen auswärts mit 4:2 gewinnen, doch waren die Kräfteverhältnisse ausgeglichen. Entsprechend hoffte man in Zürich auf etwas Schützenhilfe aus der Westschweiz im Rennen um den Meistertitel. Das Team von Frédéric Mauron konnte allerdings heute nicht an die Leistung vom letzten Mittwoch anknüpfen und wurde vom FCB über weite Strecken dominiert. Bereits zur Pause, und nach Toren von Nicole Banecki (22.) und Franziska Jaser (45.), war die Partie so gut wie entschieden. Als Eunice Beckmann drei Minute nach dem Seitenwechsel auf 3:0 erhöhte, musste die Hoffnung begraben werden, den Abstand auf Aarau zu erhöhen. So nahm man es am Ende der Partie, auch wenn sie gleich mit 5:0 und Treffern von Kristina Sundov und Beckmann verloren ging, mit grosser Erleichterung zur Kenntnis, dass die in dieser Saison generierten 11 Punkte für den erneuten Verbleib in der Nationalliga A ausreichen werden. Basel bleibt auf dem zweiten Tabellenplatz und hat in der gesamten Saison gar ein Tor mehr (79) erzielt als der FCZ, bei identischer Anzahl von Gegentreffern (20).

FC Zürich Frauen – FC Luzern 3:0 (2:0)

Dass die Personaldecke beim FC Luzern immer dünner wird, zeigte sich bereits vor einer Woche, als Glenn Meier gleich drei Torhüterinnen auf dem Platz hatte. Neben Natascha Honegger kamen Antonia Albisser und Laila Koch als Feldspielerinnen zum Einsatz. Am letzten Dienstag im Vormittagstraining riss sich Koch nun auch noch das Kreuzband und Meier’s Kreativität war erneut gefordert. Heute stand eine alte Bekannte wieder im Aufgebot. Die ehemalige NLA-Spielerin und heutige U19-Trainerin Luzia Odermatt feierte ein (temporäres) Comeback. Doch viel Luft für Kreativität bleibt Meier nicht mehr. “Ich würde mir wohl eine Perücke kaufen und selbst spielen”, so der Luzern-Trainer schmunzelnd. Die Luzernerinnen versuchten dem FCZ das Leben so schwer wie möglich zu machen und erarbeiteten sich auch die eine oder andere Möglichkeit. Doch scheiterten sie immer wieder im Abschluss oder an der fehlerfrei agierenden Seraina Friedli im gegnerischen Tor. Der FCZ hätte mehr aus der Partie machen können. Auch wenn Patricia Willi mit zwei Toren (7., 37.) die Basis für den verdienten Sieg legte und Luana Bühler nach 73 Minuten das dritte und letzte Tor des Tages bejubelte. Es wäre mehr möglich gewesen für den Leader. Luzern verkaufte sich so teuer wie möglich und brachte die Einheimischen zeitweise an den Rand der Verzweiflung. Noch ist das Team von Luca Fiorina auf Kurs. Um den Titel aber holen zu können, stehen noch die Spiele gegen die vor Selbstvertrauen strotzenden Hoppers und den Angstgegner YB bevor. Glenn Meier ist seinerseits nicht unzufrieden, stehen nur noch zwei Spiele bevor: “Von der Personalsituation her sicher. Es macht Spass mit dem Team und ist auch für mich, wie auch die Spielerinnen, ein Lernprozess. Viele der Jungen müssen nun Verantwortung übernehmen, womit sie Anfang Saison wohl nicht gerechnet hätten. Ich bin froh, dass wir in dieser personellen Situation nicht gegen den Abstieg spielen müssen.”


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