Veröffentlicht am: So, 29. April, 2018

Entscheidung in der Meisterschaft vertagt

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Die Meisterschaft in der Nationalliga A ist spannend wie noch selten. Fünf Runden vor Schluss ist das Rennen um den Titel noch immer offen. Das Mittelfeld schloss sich in der 23. Runde zusammen, immer klarer scheint die Situation allerdings am Tabellenende.

Lugano Femminile – BSC Young Boys 2:0 (1:0)

Ein langes Wochenende sorgt traditionell für viel Verkehr in Richtung Süden. Nicht anders war es auch an diesem Wochenende, als sich die Bernerinnen auf den Weg nach Lugano machten und sich in den langen Stau am Gotthard einreihten. Die Partie, welche um 16:00 Uhr hätte angepfiffen werden müssen, wurde laufend verschoben und konnte am Ende erst mit einer Stunde Verspätung beginnen. Für die Spielvorbereitung war dies nicht förderlich, zumal die Luganesi nach dem Einzug in den Cupfinal (unser Bericht vom 22.04.2018) viel Selbstvertrauen tanken konnten. Die Niederlage gegen die Grasshoppers am letzten Mittwoch tat dem keinen Abbruch. Erneut war es Cara Curtin, die für die beiden Tore kurz vor und nach dem Seitenwechsel sorgte. Lugano belegt nun den weiterhin den vierten Tabellenplatz, punktgleich mit den drittplatzierten Young Boys.

FC Luzern – FC Aarau Frauen 6:0 (3:0)

Rein rechnerisch ist der Ligaerhalt für den FC Aarau noch immer möglich. Ohne Tore zu erzielen, rückt das Ziel aber in immer weitere Ferne. In beiden Spielen dieser Woche konnte das Team von Andreas Zürcher keinen einzigen Treffer bejubeln und musste 11 Gegentreffer in Kauf nehmen. Alleine sechs davon erzielte der FC Luzern in einer souveränen Vorstellung. Die Matchwinnerin des Abends war dabei Irina Brütsch, welche mit ihren vier Treffern in der Liste der NLA-Torschützinnen weit nach oben klettert. Bereits nach 13 Minuten eröffnete sie ihr persönliches Torfestival. 24 Minuten später liess sie Géraldine Reuteler den Vortritt, ehe sie gleich selbst in der 45., 50. und 57. Minute wieder zuschlug. Den Schlusspunkt setzte Emanuela Schürch in der 65. Minute und FCL-Trainer konnte sich gar einen besonderen Wechsel leisten. In der 83. Minute hatte Géraldine Reuteler Feierabend und wurde durch die gelernte Torhüterin Laila Koch ersetzt. Luzern gesellt sich mit diesem Kantersieg zu den punktgleichen Lugano und YB, verbleibt aber auf Rang 5. Aarau seinerseits konnte sich glücklich schätzen, dass die Grasshoppers die Partie in Yverdon noch drehen konnten und der Rückstand auf die Westschweizerinnen unverändert bei sieben Punkten bleibt.

Yverdon Féminin – Grasshopper Club Zürich 1:2 (1:0)

Zwei Spielerinnen, drei Tore: Alison Fallet und Caroline Müller (Bild: Ronny Frei)

Die Formkurve von Yverdon Féminin zeigte in den letzten Wochen deutlich nach oben. Im Halbfinal der Schweizer Cups scheiterten sie zwar an Lugano, waren über die gesamte Spieldauer gesehen aber das bessere Team. In der Mittwochsrunde konnte das Team von Frédéric Mauron dem FC Luzern auswärts ein Unentschieden abtrotzen. Und auch in dieser Runde sah es so aus, als könnte man gegen GC wieder Punkte sammeln. Nach knapp einer halben Stunde traf Alison Fallet für die Einheimischen und liess die Hoffnung auf einen weiteren Sieg hochleben. Nach dem Seitenwechsel schwand aber die Dominanz und die Hoppers konnten sich einmal mehr auf Caroline Müller verlassen. Schon nach 49 Minuten erzielte sie den Ausgleich. Yverdon begann wieder die alten Schwächen im Abschluss aufzuzeigen, wobei GC dem in nichts nachstand. Drei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit bejubelte Müller aber ihren zweiten Treffer und sicherte sich und ihrem Team weitere drei Punkte. Für einen besseren Tabellenrang reichte es aber nicht. Fünf Punkte beträgt der Rückstand auf den FC Luzern weiterhin.

FC Basel 1893 – FC Zürich Frauen 2:2 (1:0)

Mit einem Sieg des FC Zürich Frauen in Basel hätten die Zürcherinnen eine Vorentscheidung in der Meisterschaft erkämpfen können. Fünf Punkte hätte der komfortable Vorsprung betragen, um in den nächsten fünf Spielen aus eigener Kraft einen weiteren Titel feiern zu können. Geleitet wurde die Partie, in der es in dieser Meisterschaft um viel ging, von Désirée Grundbacher, welche in dieser Woche als vierte Offizielle auch in der Champions League bei der Partie zwischen Chelsea und Wolfsburg zum Einsatz kam. Zwar hatte Zürich schon nach drei Minuten eine kleine Möglichkeit, doch war der Abschlussversuch von Caroline Abbé zu schwach, um Stenia Michel im Tor der Baslerinnen wirklich in Bedrängnis zu bringen. Basel war das spielbestimmende Team, Zürich versuchte lediglich mit ein paar langen Bällen hinter die Abwehr, sich in Szene zu setzen. Dies war kaum von Erfolg gekrönt und so kamen die Zürcherinnen nur selten aus der eigenen Spielhälfte. Nach knapp einer halben Stunde wurden die Bemühungen von Basel belohnt. Rachel Rinast wurde mit einem langen Ball in die Tiefe bedient, lief unbedrängt durch die gegnerische Abwehr und traf zum hochverdienten 1:0.

Unbändiger Jubel beim FCB nach dem 1:0 durch Rachel Rinast (Bild: Florian Hepberger)

Nach 45 Minuten wurden nicht nur die Seiten gewechselt, auch die Dominanz des Heimteams war verschwunden. Nun war es Zürich, das Druck machte und bei den sommerlichen Temperaturen auch über mehr Kraftreserven verfügte. Caroline Abbé verpasste den Ausgleich nach einem Freistoss von Martina Moser nach 61 Minuten per Kopf noch knapp. Sieben Minuten später war es aber dann soweit. Fabienne Humm stand nach einem Abpraller vom Pfosten goldrichtig und konnte Stenia Michel erstmals bezwingen. Sieben Minuten vor Ende der regulären Spielzeit sah es gar danach aus, als würde Zürich tatsächlich die drei Punkte vom Rhein mit an den See nehmen können. Patricia Willi zirkelte einen Ball exakt auf den Kopf der erst eingewechselten Julia Stierli, die nur noch zum 1:2 einnicken musste. Basel zeigte allerdings Moral und Rinast glich mit ihrem zweiten Tor des Abends in der zweiten Minute der Nachspielzeit erneut aus. Über die gesamte Spielzeit ein gerechtes Resultat in einem Spitzenkampf, der seines Namens würdig war. Die rund 400 Zuschauerinnen und Zuschauer sahen ein attraktives und hochstehendes Spiel, welches eine fulminante Schlussphase der noch bis Ende Mai laufenden Meisterschaft verspricht. Auch für Sissy Raith, die abtretende Trainerin des FCB (unser Bericht vom 24.04.2018), war es ein Spiel der zwei unterschiedlichen Hälften. “Vom Spielverlauf her ist das 2:2 gerecht. Die Meisterschaft bleibt spannend und Zürich hat im letzten Spiel noch YB. Mit den Bernerinnen pflegen wir einen guten Kontakt, und an jenem Tag werden wir sie wohl noch etwas mehr unterstützen”, so Raith. Etwas anders sah es Luca Fiorina vom FC Zürich Frauen: “Das 2:2 hätte nicht sein müssen. Doch wenn ich sehe, wie das Team in der zweiten Halbzeit bei dieser Hitze reagiert hat, so spricht das für unsere Ausdauer. Spielerisch haben wir Basel dominiert. Doch wir sind immernoch vorne und haben es in den eigenen Händen.”


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