Veröffentlicht am: Sa, 17. März, 2018

Zürich ist das letzte Deutschweizer Team im Cup

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Bei frostigen Temperaturen wurden in Luzern und am Zürichsee die Viertelfinalpartien des Cups ausgetragen. Während sich im Topspiel der FC Zürich Frauen durchsetzen konnte, gewannen in den anderen Partien die Teams aus dem Tessin und der Romandie.

FC Luzern (NLA) – Lugano Femminile 7:8 n.E. (1:2 / 3:3 / 3:3)

Das erste Spiel des Tages war an Dramatik kaum zu übertreffen. Die Einheimischen gerieten schon früh nach einem Eigentor von Lynn Häring in Rücklage. Nur zwei Minuten später erhöhte Karli Rodriguez bereits auf 0:2. Im Anschluss war die Begegnung von Elfmetern geprägt. Eine emotionale Achterbahn erfuhr dabei Rahel Graf. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit konnte sie vom Punkt den Anschluss erzielen und damit bei ihrem Team wieder Hoffnung aufkommen lassen. Sechs Minuten nach dem Seitenwechsel stellten die Luganesi, erneut durch Rodriguez, den Zweitore-Vorsprung wieder her. Abermals war es Captain Graf, die mit einem weiteren Elfmeter acht Minuten vor Ende der regulären Spielzeit verkürzen konnte. Und als Chantal Ruf nur vier Zeigerumdrehungen später den Ausgleich erzielte, waren die Chancen der Zentralschweizerinnen, den Einzug in den Halbfinal zu sichern, wieder gegeben.

Wenn der Schuh schneller ist das die Spielerin: Irina Brütsch (r) im Spiel gegen Lugano (Bild: Andy Scherrer)

Die Verlängerung brachte keine Entscheidung und im folgenden Elfmeterschiessen war es nur logisch, dieses mit Graf zu eröffnen. Doch ausgerechnet die bislang so erfolgreiche Schützin konnte ihren dritten Versuch vom Elfmeterpunkt nicht auch noch erfolgreich abschliessen. So war es ausgerechnet sie, die am Ende zur tragischen Figur des Tages wurde. Lugano liess danach nichts anbrennen und konnte mit einem äusserst knappen Sieg auf der Heimreise durch den Gotthard den Einzug in den Halbfinal feiern.

FC Luzern Frauen (1.L.) – Servette FC Chênois Féminin 0:5

Die Reise der Erstligistinnen aus Luzern endete im Anschluss an die Partie des NLA-Teams aus Luzern ebenfalls im Viertelfinale. Die Genferinnen waren für das Team von Vincent Vercueil eine Nummer zu gross. Servette verstärkte sich nach der Verpflichtung von Maéva Sarrasin zuletzt auch noch mit der ehemaligen Nationalspielerin Sandy Maendly, welche nach dem Aus des FC Neunkirch noch in Spanien unter Vertrag war, und nun ihre letzte Station in der Heimat wieder in Genf gewählt hat, wo alles für sie einmal begann. Sarrasin und Maendly waren dann auch in den letzten Meisterschaftsspielen die prägenden Figuren und führten auch heute ihr Team zu einem souveränen Sieg. Damit zieht Servette ebenso in den Halbfinal ein, wie Yverdon Féminin, das in Rapperswil-Jona gewinnen konnte.

FC Zürich Frauen – FC Basel 1893 4:2 (3:0)

Der Treffer von Eunice Beckmann war am Ende nur Resultatkosmetik (Bild: Florian Hepberger)

Es war die Schlagerpartie des Tages. Die beiden Spitzenteams der NLA-Meisterschaft trafen bereits im Viertelfinal des Cups aufeinander. Eine Begegnung, die sich viele wohl als Finale gewünscht hätten. Die Zürcherinnen konnten nach 23 Minuten durch Naomi Mégroz in Führung, und kurz vor der Pause dank eines Treffers von Fabienne Humm und eines Eigentors von Stefani Liebhart mit einem komfortablen Polster in die Pause gehen. Die Gäste aus Basel verkürzten mit einem Doppelschlag von Kristina Sundov (64.) und Eunice Beckmann (67.) nochmals. Zu mehr reichten die Bemühungen allerdings nicht. Den Schlusspunkt in der Partie setzte jedoch Antigona Kuqi, der mit ihrer Einwechslung in der dritten Minute der Nachspielzeit noch etwas Spielpraxis gegönnt werden sollte, und nur eine Minute brauchte, um auch gleich noch ein Tor zu bejubeln.

FC Rapperswil-Jona – Yverdon Féminin 1:2 (0:2)

In der Partie mit dem grössten Klassenunterschied war auf dem Papier eine erdrückende Dominanz des Nationalliga A-Teams aus der Westschweiz zu erwarten. Die Erstligistinnen vom Zürichsee starteten allerdings ohne Respekt in die Begegnung und boten den Gästen Paroli. Wegen des Spiels der Herren auf den alten Kunstrasenplatz verbannt, trat der FCRJ auf Augenhöhe an, erarbeitete sich aber zu wenige Chancen. Zu oft fehlte es an der Präzision beim letzten Pass, zu verspielt waren einzelne Akteurinnen. Doch auch Yverdon Féminin tat sich bei strömenden Regen schwer, war allerdings deutlich effizienter. Aus zwei Chancen in der ersten Spielhälfte resultierten nach sechs, respektive 41 Minuten genau so viele Tore. Die St. Gallerinnen vermochten die wenigen sich bietenden Möglichkeiten nicht zu nutzen. Nennenswert torgefährlich wurden nur Sina Cavelti in der 36. Minute und Neuverpflichtung Mirjam Betschart (unser Bericht vom 5. März 2018) per Kopf kurz vor der Pause.

Zu Beginn der zweiten Spielhälfte erhöhte Yverdon den Druck, scheiterte aber entweder an sich selbst, oder an Christine Schärer im Tor des FCRJ, welche sich gleich mehrfach auszeichnen konnte. Die Unterklassigen bewiesen viel Kampfgeist und glaubten weiterhin daran, den Nationalligistinnen ein Bein stellen zu können. Es zeigte sich allerdings das identische Bild wie in der ersten Spielhälfte. Ungenauigkeiten und übertriebene Kreativität führten zu keinen zwingenden Möglichkeiten. Als das Spiel bereits entschieden schien, war es wieder Sina Cavelti, welche mit einem schönen Heber den Ehrentreffer erzielen konnte (89.). Yverdon Féminin fehlte es wie in der Meisterschaft an der Zugkraft im letzten Drittel und konnte die erwartete Dominanz nicht zeigen. Dennoch ziehen die Westschweizerinnen dank dieses knappen Sieges in den Halbfinal und werden zulegen müssen, um das Endspiel erreichen zu können.


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