Veröffentlicht am: Do, 04. August, 2016

Die Transferübersicht der NLA

Eine Newsmeldung präsentiert von:

Auch in dieser Sommerpause frischten die Klubs der NLA ihre Kaderlisten auf. Kurz vor Saisonstart am kommenden Samstag haben wir alle Transfers zusammengestellt. Die Zahl der Wechsel zwischen den verschiedenen Klubs innerhalb der Liga hielt sich in Grenzen. Der Trend geht in Richtung Ausland.

Völlig zu Recht bezeichnete die Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg die NLA jüngst als „Ausbildungsliga“. Tatsächlich ziehen die Vereine vor dieser Saison erneut zahlreiche Spielerinnen aus der eigenen Nachwuchsabteilung in ihre ersten Mannschaften nach. Viel mehr Spielerinnen jedenfalls, als sie von anderen Schweizer Vereinen der selben Stärkeklasse holen oder an diese verlieren. Doch es gibt noch einen anderen Trend: Offenbar sehen sich viele Klubs nicht in der Lage, das gewünschte Leistungsniveau mit Spielerinnen aus der Schweiz zu erreichen. Deshalb sehen sie sich im Ausland um. Neunkirch tut das schon lange im grossen Stil, andere vereinzelt. Mit Basel und Lugano decken in diesem Sommer nun zwei weitere Klubs ihren Personalbedarf hauptsächlich aus dem Ausland. Das bedeutet, dass die NLA nicht nur eine Ausbildungsliga ist. Sie stellt auch für arrivierte Spielerinnen aus kleineren Ligen oder für Spielerinnen aus der zweiten Reihe grosser Ligen wie der Bundesliga oder den US-amerikanischen Meisterschaften eine Karriereoption dar. Die folgende Übersicht der Sommertransfers macht das deutlich.

FC Zürich

Nur wenige Wechsel meldet der FC Zürich. Die zurückgetretene Marina Keller wird dem Verein allerdings sicher fehlen. Ebenfalls aus dem Spitzensport zurückgezogen hat sich Katie Duncan. Sandra Aloi und Stefanie de Alem da Eira wechseln zum Herausforderer FC Basel, Melanie Müller leihweise zu YB. Lorena Baumann wird für die U21 auflaufen. Von dort geholt hat Zürich Yara Hofmann. Vom FC Luzern stösst die italienisch-schweizerische Doppelbürgerin Federica Cavicchia zum FCZ.

Unerwartetes Aufgebot nach einer schwierigen Saison für Melanie Müller (Mitte, Bild: Peter Ganser)

Verabschiedet sich aus Zürich: Melanie Müller (Mitte). (Archivbild: Peter Ganser)

SC Derendingen

Ein grosses Abenteuer wird die kommende Saison für den Aufsteiger SC Derendingen, wobei sie Solothurnerinnen durchaus einiges an Routine in ihren Reihen haben. Mit Andrea Vögeli und Simone Zahno kehren immerhin zwei ehemalige Schweizer Meisterinnen in die NLA zurück. Verzichten muss Trainer Urs Bachmann in Zukunft auf die erst im Frühling von Basel gekommene Nadine Scheidegger, die zurückgetreten ist. Gina Bellabarba, Miriam Stampfli und Juliana Das Chagas gehen in die zweite Mannschaft, Mariangela Gianforte womöglich zum FC Zollikofen. Dafür stossen aus der U19 des FC Basel Carla Hager, Vanessa Kley und Annina Sommer zum NLA-Kader der Solothurnerinnen. Rebeka Müller schafft den gleichen Sprung aus der eigenen U19. Vom FC Zürich U21 holt Derendingen zudem die Torhüterin Natascha Honegger, die vom FCZ allerdings noch nicht als Abgang gemeldet wird.

Yverdon Féminin

Frédéric Mauron, der im Juni vorgestellte neue Trainer von Yverdon, hat ziemlich viel frisches Blut in seinem Team. Sophie Tardy kommt von Stade Nyonnais, Anna Züger vom FC Aarau und Nkamo Zafirah von Xamax. Lucie Benoit, Alison und Lori Fallet, Mara und Joanna Loureiro, Marjorie Michel, Chloé Nicatay, Lucie Piller und Deborah Teixera stossen alle aus der U19 oder der zweiten Mannschaft zum NLA Team. Die bekannteren Namen von Sandrine Beaud, Audrey Duclos, Charlotte Schmoutz und Audrey Wuichet kehren aus dem Ausland zu ihrem Verein zurück.

Verlassen haben Yverdon nur drei Spielerinnen: Gwendoline Fai geht zu YB, die Torhüterin Tania Chassot in die USA und Valérie Gilliot ins Wallis zu Savièse.

BSC YB

YB hat seinen wichtigsten Wechsel bekanntlich an der Seitenlinie zu verzeichnen. Marisa Wunderlin löst Rolf Kirchhofer ab. Ihr Assistent ist David Meister. Unter seinen Spielerinnen kann YB mehrere alte Bekannte begrüssen. Nach vier Jahren im Ausland kehrt Veronica Maglia nach Bern zurück. Sie hatte YB 2011 verlassen und sich dem italienischen Spitzenklub Torres angeschlossen. Zuletzt war die 26-Jährige in Spanien bei CD Prainsa Zaragoza aktiv. Weitere Rückkehrerinnen sind Gwendoline Fai, zuletzt Yverdon und Aline Stöckli, die ein Jahr in den USA verbracht hat. Vom Absteiger FC St. Gallen stösst Jasmin Schweer zu YB. Die Routine der ehemaligen Jugendnationalspielerin soll den Bernerinnen zu mehr Stabilität verhelfen. Mit Melanie Müller kann YB sogar eine aktuelle Nationalspielerin in seinen Reihen begrüssen. Müller hatte jüngst im EM-Qualifikationsspiel gegen Tschechien ihren ersten Einsatz und kommt leihweise vom FC Zürich. Aus dem eigenen Nachwuchs nimmt YB Julia Schassberger Alicia Burla, Charlotte Mayland und Alisha Lehmann ins Kader auf, wobei letztere bereits einige Spiele in der NLA bestritten haben.

Zur neuen Saison wieder in gelbschwarz: Veronica Maglia. (Archivbild: Manuel Zingg)

Zur neuen Saison wieder in gelbschwarz: Veronica Maglia. (Archivbild: Manuel Zingg)

Ihren Rücktritt gegeben haben Michelle Probst aus beruflichen und Dana Scherrer aus gesundheitlichen Gründen. Alessandra Abbühl und Yela Ziswiler verabschieden sich für ein Jahr in die USA, Audrey Corminboeuf zieht es nach Frankreich zum AS Monaco. Bereits am Ende der letzten Saison nicht mehr zum Kader gehörte Jehona Mehmeti, die bei YB ein kurzzeitiges Comeback gegeben hatte.

FC Basel

Auch der FC Basel hat mit Sissy Raith eine neue Trainerin. Den gewichtigen Abgängen stehen ebenso vielversprechende Zuzüge gegenüber. Den Verein mit unbekanntem Ziel verlassen haben Nadine Roller, Amanda Stahl und Rèka Szöcs. Nina Schepis legt eine Wettkampfpause ein und Ramona Ackermann wechselt innerhalb der Region zum FC Therwil. Die U19-Internationale Julia Glaser hat sich für ein Zwischenjahr in den USA entschieden. Die Französin Lindsey Thomas kehrt zu ihrem Stammverein Montpellier zurück und Eseosa Aigbogun hat den Sprung in die Bundesliga geschafft. Sie wird künftig für Turbine Potsdam auflaufen.

Hauptsächlich aus der Bundesliga holt sich der FC Basel indes den Ersatz für all diese Abgänge. Vom FF USV Jena stossen die zuletzt lange verletzte, 20-jährige Jugendinternationale Franziska Jaser, Ria Percival und Stenia Michel zum Kader. Die 27-jährige Percival hat weit über 100 Länderspiele für Neuseeland bestritten und ist dreifache Ozeanienmeisterin. Aktuell steht sie mit Neuseeland an den Olympischen Spielen in Rio im Einsatz. Mit der Verpflichtung der zweiten Torhüterin der Schweizer Nationalmannschaft Stenia Michel hofft der FCB, seine Unbeständigkeit auf der Goalie-Position zu beheben. Mit Jobina Lahr, der Torhüterin Lotta Ravn und Pia Züfle, stossen drei weitere Spielerinnen aus der Bundesliga zu den Rot-Blauen, sie kommen alle vom SC Freiburg. Innerhalb der Schweiz wechseln Sandra Aloi und Stefanie De Alem da Eira (beide FC Zürich), Andrea Frei (FC Therwil) und die Österreicherin Sabrina Horvat (Staad) nach Basel. Für Frei und da Eira ist es eine Rückkehr. Erst in den letzten Tagen wurde klar, dass auch die Kroatin Kristina Sundov von Bayer Leverkusen zurück zum FCB wechselt, bei dem sie bereits 2010-12 gespielt hatte.

FC Luzern

Der FC Luzern hat ebenfalls einen neuen Trainer. Didi Münstermann ist ein Kumpel des Sportchefs Andy Egli, dessen Assistent er war, als Egli vor über zehn Jahren die erste Männermannschaft des FC Aarau trainierte. Ansonsten hielt sich der FCL an der Wechselbörse zurück. Den Abgängen der Torhüterin Antonia Albisser (Rücktritt), Federica Cavicchia (FC Zürich), Nora Peter (FC Baar), Laura Schneider (FC Aarau) und der nunmehr vereinslosen ehemaligen Absolventin der Huttwiler Fussballakademie Romana Trajkovska stehen folgende Zuzüge gegenüber: Münever Akyol kommt vom FC Schlieren, Laila Koch, Emanuela Schürch und Rahel Tschopp aus dem eigenen Nachwuchs.

Antonia Albisser im Cupfinal 2014 zwischen dem FC Basel und dem SC Kriens vom 07.06.2014 in Wohlen (Bild: Chris Blattmann)

Hat ihren letzten Ball gefangen: Antonia Albisser im Hupfinal 2014. (Archivbild: Chris Blattmann)

FC Neunkirch

Hohe Personalfluktuation herrscht weiterhin beim FC Neunkirch, die babylonische Sprachenvielfalt im Klettgau nimmt nicht ab. Neu im Kader stehen: Maria Korenčiová vom SC Sand, seit 2011 mit 27 Einsätzen für die Nationalmannschaft der Slowakei, die Österreicherin Romina Bell, die aus dem amerikanischen College-Fussball in die NLA wechselt, die Kroatin Leonarda Balog kommt von Zaglebie Lubin aus Polen und die Slowakin Patrizia Hmírová von GKS Gornik Leczna, ebenfalls Polen. Ebenfalls neu in Neunkirch: Die Spielmacherin der zypriotischen Nationalmannschaft Lukretia Chrysostomos. Sie war zuletzt in Griechenland Elpides Karditsas aktiv. Und die Italienerin Martina Capello, sie spielte bereits in Italien, wo sie mit Reggiana einmal Cupsiegerin wurde, Deutschland, Spanien und zuletzt in den USA beim OSA FC aus Seattle. Von nicht ganz so weit weg, aber immerhin über die Alpen, kommen Valentina Bergamaschi und Martina Gelmetti von Football Femminile Lugano.

Katie Jackson, Ramona Kopsca und Jamie Walker hingegen verlassen das Klettgau, um ihr Studium wieder aufzunehmen oder sich beruflich zu verändern. Adriana Rodrigues spielt in Portugal weiter Fussball, Sara Krisztin bei GC. Karin Schmid bleibt im Verein und übernimmt die Leitung der 2. Mannschaft. Wohin die Österreicherin Elisabeth Tieber und die Deutsche Florin Wagner wechseln, ist noch nicht bekannt.

FF Lugano

Auf den Verlust der Topscorerin Bergamaschi an Neunkirch reagiert Lugano, indem es das Neunkirchner System kopiert. Nicht weniger als acht Spielerinnen aus den USA kommen ins Tessin. Manche sollen in der National Women’s Soccer League gespielt haben, andere kommen aus der Women’s Premier Soccer League, die entgegen ihrer Bezeichnungen, zu den zwei zweitklassigen Ligen des US-amerikanischen Meisterschaftssystems gehört, sowie aus dem College-Fussball. Ihre Namen sind: Sara Adams, Cara Curtin, Lauren Curtin, Melissa Downey, Kirsten Evans, Jamie Kator, Lauren Lazo und Charlotte Mille. Den umgekehrten Weg geht Valentina Pedretti, die in den USA studieren will. Ebenfalls aus studiengründen verlässt die ehemalige Junioreninternationale Clara Lucchini Lugano.

FC Staad

Beim FC Staad ersetzt Martin Hirt Sissy Raith auf der Trainerbank. Die Verstärkungen kommen aus dem eigenen Nachwuchs oder den Nachbarvereinen: Marcia Andrade vom FC Haag, Indira Djegoja vom FC Weinfelden, Barbara da Silva von US Schluein Illanz. Nach einer Pause steigt die Torhüterin Daniela Hutter wieder in den Wettkampfsport ein. Selina Benz, Stephanie Brecht, Carla Rhiner, Jessica Schärer und Geraldine Schnetzer rücken alle aus der U19 nach.

Sabrina Horvat (l, Staad) gegen Tanja Blättler im Meisterschaftsspiel FC Luzern - FC Staad vom 24.05.2016 in Luzern (Bild: Dominik Stegemann / fan-fotos.ch)

Sabrina Horvat (vorne) wird künftig nicht mehr für Staad, sondern für den FC Basel auflaufen. (Archivbild: Dominik Stegemann / fan-fotos.ch)

Zurückgetreten sind Vanessa Lang und Seraina Ruckstuhl. Lea Kalmbach räumt ihrem Studium Priorität ein. Rafaela Bisquolm tritt sportlich kürzer und stuft sich selbst in die zweite Mannschaft zurück, auch Martina Sätteli spielt künftig dort. Dasselbe hatte eigentlich Justyna Trzaskowski vor, die Eindrücke im Training mit Martin Hirt haben sie aber zu einem Umdenken veranlasst, so dass sie eine weitere Saison in der NLA-Equipe verbleibt. Verlassen haben Staad Tamara Bigger (FC Schaan), Sabrina Horvat (FC Basel) Jasmine Kirchmann (FFC Vorderland) und Alexandra Müller (FC Frauenfeld).

GC

Ihren wichtigsten Zuzug sehen die Zürcherin sicher in Sára Krisztin vom FC Neunkirch. Die 25 Jahre alte ungarische Stürmerin schoss in 47 Spielen 14 Tore für ihren alten Verein. Ähnliches wird nun in Zürich von ihr erwartet. Die anderen Neuen kommen alle aus den eigenen Reihen. Aus der U19 rücken Sarah Abbühl, Julia Gehrig, Selina Iseli, Deborah Karrer, Victoria Laino, Lila Rüegg und Sina Spieser nach. Nicht mehr für GC auflaufen werden Martina Marty, die zum SC Schwyz wechselt und Julia Schneider, sie geht nach Niederweningen. Melissa Stickel hat ihren Rücktritt gegeben.

 


Holen Sie sich die App des Frauenfussball-Magazins und bleiben Sie immer bestens informiert:

Dein Kommentar

XHTML: Du kannst diese html tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>