Veröffentlicht am: Mi, 03. August, 2016

Die Nationalliga wird umgebaut

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Am kommenden Samstag beginnt die neue Saison in der NLA – unter besonderen Vorzeichen: Der Modus ändert, die Liga wird reduziert. Davon verspricht sich der Verband ein höheres Niveau, denn er will die nationale Meisterschaft stärken.

Kurz vor Beginn der neuen Spielzeit der Nationalliga fand gestern am Sitz des Schweizerischen Fussballverbandes SFV erstmals ein so genannter „Season Launch“ statt. Vertreterinnen und Vertreter der Klubs sowie Spielerinnen und Funktionärinnen trafen sich zum Informationsaustausch, gaben Interviews und machten Fotos für die neu lancierte Facebook-Seite des Verbandes.

Franziska Schild, Leiterin des Ressort Frauenfussballs, gab bei dieser Gelegenheit einschneidende Änderungen des Meisterschaftsbetriebs bekannt: Die NLA wird ab der Saison 2017/18 acht Teams umfassen, die NLB zwölf. Daher muss es in kommenden Spielzeit mindestens zwei Absteiger geben. Das ergibt folgenden Modus: Die 10 bestehenden NLA-Teams spielen eine Qualifikationsrunde mit Hin- und Rückrunde, 18 Spiele pro Team. Die besten sechs erreichen die Finalrunde. Dort werden die Punkte nicht mehr halbiert. Die endgültige Klassierung wird in einer einfachen Runde à fünf Spielen pro Team ermittelt.

Die Klubs auf den Rängen sieben bis zehn sowie die beiden bestklassierten B-Ligisten, spielen in einer einfachen Runde à fünf Spielen pro Team um die beiden verbleibenden Plätze in der NLA. Im Extremfall wären also sogar vier Absteiger aus der NLA möglich.

Dieser Pokal wird an den Schweizer Meister vergeben. (Bild: mb)

Darum geht es. (Bild: mb)

Durch die Ligarevision versucht der Verband, das Leistungsniveau anzuheben, weil die guten Teams häufiger gegeneinander antreten werden. Als Massstab für die Reduktion nahm der SFV den Prozentsatz aller jener Lizenzspielerinnen, die in der Eliteliga eines Landes aktiv sind. In der Schweiz ist das gegenwärtig 1 Prozent. In den Ligen der führenden Frauenfussballnationen liegt dieser Wert bei nur 0,2 Prozent.

Mit der Reduktion der Plätze im Oberhaus verbindet der SFV auch die Hoffnung, dass sich die besten Spielerinnen gleichmässiger auf die Klubs verteilen und so eine ausgeglichenere Meisterschaft entsteht. Das sei im Interesse aller, sagte die Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg anlässlich des „Season Launch“ und forderte die Klubs zur diesbezüglicher Zusammenarbeit mittels Leihen überzähliger Spielerinnen auf.

In einem Referat vor den Klubvertreterinnen und -vertretern lobte sie die Vereine überdies für ihre gute Ausbildungsarbeit. Sie betonte zwar nach wie vor, dass es primär die Erfolge des Nationalteams seien, die den Schweizer Frauenfussball nach vorne bringen würden, die Basis dafür werde aber in den Klubs gelegt, so Martina Voss-Tecklenburg. Der Verband hat in den letzten Jahren sein Handeln an dieser Top-Down-Theorie ausgerichtet. Nun scheint er auch der Liga ein stärkeres Interesse entgegen bringen zu wollen. Aus den Vereinen und den Regionalverbänden sind schon lange Stimmen zu hören, die vor allem die Breite als Grundlage der weiteren Entwicklung betrachten.

Die Nationaltrainerin beschrieb die NLA als sehr junge Ausbildungsliga, die zunehmend im Fokus der europäischen Grossklubs stehe. Den Wechsel ins Ausland stellte Voss-Tecklenburg, ihre bisherige Position revidierend, nicht mehr als fast unabdingbare Voraussetzung für ein Nationalmannschaftsaufgebot dar. Ob ein Auslandstransfer sinnvoll sei, hänge immer von individuellen Erwägungen ab und sei letztlich eine persönliche Entscheidung jeder Spielerin, sagte Voss-Tecklenburg. Die Aufgebote der letzten Zeit bestätigen diesen erweiterten Blickwinkel.

Zuletzt forderte die Nationaltrainerin die Klubs auf, mit dem Verband zusammenzuarbeiten. Die Türen stünden offen, „ich komme auch zu euch ins Training“, bot Martina Voss-Tecklenburg an. Schliesslich habe man zwar eine „andere Sicht, aber die gleichen Interessen: den Schweizer Frauenfussball zu stärken.“


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