Veröffentlicht am: Fr, 08. April, 2016

Stenia Michel: “Eine Vertragsverlängerung in Jena ist keine Option”

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Wenn am Samstag das Schweizer A-Nationalteam in Biel auf Italien trifft (Anpfiff 17.30 Uhr in der Tissot-Arena), wird es für Stenia Michel ein besonderes Spiel werden. Die Torhüterin des USV Jena ist bei diesem Zusammenzug die Nummer 1, da Gaëlle Thalmann verletzt fehlt. Im Interview mit dem Frauenfussball Magazin spricht die 28-jährige Zürcherin den nächsten Gegner, ihr Leben in Jena, wie ihre Zukunft aussieht und was in ihrem Koffer nicht fehlen darf.

"Wir dürfen uns nicht stressen lassen". Stenia Michel blickt dem EM-Qualifikationsspiel gegen Italien positiv entgegen. (Archivbild: Chris Blattmann)

“Wir dürfen uns nicht stressen lassen”. Stenia Michel blickt dem EM-Qualifikationsspiel gegen Italien positiv entgegen. (Archivbild: Chris Blattmann)

 

Frauenfussball Magazin: Stenia Michel, wie schnell sind Sie im Koffer packen?
Stenia Michel: Sehr schnell. Ich packe immer alles im letzten Moment ein. Es würde also nicht lange dauern, wäre da nicht meine Katze Aya. Sie setzt sich immer in meine Tasche und will mit mir mitkommen. Aber das geht natürlich nicht.

Was haben Sie immer mit dabei?
Das Wichtigste sind die Torwarthandschuhe sowie die Fussballschuhe. Beim jetzigen Zusammenzug habe ich je drei Paar dabei.

Sie reisen jeweils von Ihrem Wohnort Jena zu den Zusammenzügen mit dem Nationalteam. Was ist es für ein Gefühl, in die Schweiz zu reisen?
Ein sehr schönes. Da kommen heimatliche Gefühle auf und ich verspüre eine grosse Freude. Manchmal habe ich auch Zeit, um vorher noch einen Tag meine Familie zu besuchen. Das geniesse ich immer sehr.

Gibt es etwas, dass Sie in Deutschland vermissen?
Jedes Mal, wenn ich mit dem Auto in der Schweiz bin, nehme ich eine Ladung Rivella mit nach Hause. Das gibt es ja leider in Deutschland nicht. Zudem packe ich auch noch ein paar Tuben Senf-Mayo-Mischung ein, die gibt’s in Deutschland so nicht und schmeckt einfach genial.

Torhütertrainer Martin Salzgeber und Stenia Michel beim Einwärmen vor dem Testländerspiel USA gegen die Schweiz im August 2014. (Archivbild: Seraina Degen)

Torhütertrainer Martin Salzgeber und Stenia Michel beim Einwärmen vor dem Testländerspiel USA gegen die Schweiz im August 2014. (Archivbild: Seraina Degen)

Ansonsten scheint es Ihnen in Deutschland zu gefallen. Sie spielen nun Ihre dritte Saison beim USV Jena.
Ja, das ist so. Jena ist eine Studentenstadt und sehr lebendig. Im Sommer finden viele Festivals und Märkte statt. Wenn es die Zeit zulässt, sehe ich mir das in meiner Freizeit auch an. Oder ich treffe mich mit Freunden in der Stadt zum Kaffee trinken oder gehe in den Park und lese ein Buch.

Ihr Vertrag läuft im Sommer aus. Wie sieht Ihre Zukunft aus?
Das kann ich jetzt noch nicht genau sagen. Ich habe zwei bis drei Optionen, die ich am prüfen bin. Konkret ist aber noch nichts. Eine Vertragsverlängerung mit Jena ist jedoch kein Thema.

Nun steht am Samstag das wohl entscheidende EM-Qualifikationsspiel gegen Italien an. Da Gaëlle Thalmann verletzt fehlt, stehen Sie zwischen den Pfosten. Wie stellen Sie sich auf das Spiel ein?
So wie auf jedes andere auch, top seriös wie immer. Ich versuche, bei mir zu bleiben und 100 Prozent zu geben. Ich bin nicht nervöser als sonst, denn ich habe bewiesen, dass ich dem Team helfen kann. Ich weiss aber, dass viel Arbeit auf mich zukommen könnte. Im Hinspiel Ende Oktober haben die Italienerinnen gezeigt, dass sie vor allem offensiv sehr stark sind. Die fackeln nicht lange, sondern schiessen von überall. Das heisst für uns, dass wir parat sein müssen.

Was für Erkenntnisse nehmen Sie und ihre Teamkolleginnen mit aus dem Olympia-Qualifikationsturnier anfangs März in Holland?
Dass wir defensiv ruhiger auftreten müssen und uns nicht stressen lassen dürfen. Wir müssen von hinten heraus unser Spiel ruhig aufbauen und den Ball in den eigenen Reihen halten. Offensiv müssen wir unsere Chancen nutzen, also effizienter werden. Wenn wir alle zusammen Gas geben und kämpfen, kommt es gut.


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