Veröffentlicht am: Sa, 01. August, 2015

Wer geht wohin: Die grosse Transferübersicht des Sommers

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Sommerzeit ist Wechselzeit. Einige Transfers wurden bereits öffentlich, von anderen wusste man noch nichts. Bei manchen Klubs gab es hinter den Kulissen Unruhe oder Neuerungen: Folgendes ist in der Sommerpause geschehen.

FF Lugano

Die Kaderzusammenstellung des Aufsteigers FF Lugano 1976, ehemals Rapid Lugano, ist gemäss Aussage der Verantwortlichen noch nicht abgeschlossen. Schon jetzt haben die Tessinerinnen aber etliche Neuzugänge zu verzeichnen, nicht wenige davon kommen aus Italien. Vom FCF Como 2000 kommen die 17-jährige Torhüterin Alessia Piazza und die 20-jährige Verteidigerin Ana Carolina Cannone, von der ACFD Tradate Francesca Tagini, ebenfalls Verteidigerin, von Alto Verbano die junge Mittelfeldspielerin Erika Marangoni und aus Verona die Angreiferin Martina Gelmetti. Ebenfalls im Sturm spielt die Kosovarin Egzona Zeka, die aus Mitrovica ins Tessin wechselt. Eine noch weitere Reise hat Alexandra Doll hinter sich. Die Mittelfeldspielerin war zuletzt an der Stanford University in den USA engagiert. Sie ist eine ehemalige amerikanische Juniorennationalspielerin.

All diese Transfers sollen vor allem einen Abgang kompensieren: Cora Canetta hat ihre Karriere beendet. 26 Tore gingen letzte Saison auf das Konto der erst 23-jährigen ehemaligen FCZlerin und Nachwuchsinternationalen: Ein nur schwer zu ersetzender Verlust für den Aufsteiger. Ein deutlich längere Laufbahn hat die Nigerianerin Saidat Adegoke hinter sich. Seit 2007 spielte sie in Italien, bevor sie ins Tessin wechselte. Mit 30 Jahren ist auch sie in diesem Sommer zurückgetreten.

Trägt sich wieder in die Liste der Torschützinnen ein: Cora Canetta (Archivild: Chris Blattmann

Wird Lugano fehlen: Cora Canetta (Archivild: Chris Blattmann)

FC Staad

Der FC Staad verstärkt sich mit diversen Spielerinnen aus unteren Ligen. Aus Kirchberg stösst ein Trio bestehend aus Ronya Böni, Seraina Ruckstuhl und Bettina Peter zu den Seemädchen. In der Vorbereitung überzeugte besonders Bettina Peter. Im Test gegen die U17 des FC Bayern München steuerte sie vier Tore zum 7:1 Sieg der Schweizerinnen bei. Mit Hannah Oberdorfer (Rankweil) und Lea Kalmbach kommen zwei weitere junge Spielerinnen nach Staad, während Katja Beck (Triesen) immerhin schon 24 Jahre alt ist. Martina Sätteli und Franziska Sallmann aus der zweiten Mannschaft Staads komplettieren das Kader.

In diese zweite Mannschaft wechselt dagegen Natascha Corominas. Denise Katerla tritt ganz zurück. Zum Teil aus beruflichen Gründen eine Pause legen Laura Miladinovic, Stefanie Reischmann und Meike van Elten ein. Bereits bekannt war der Wechsle von Nina Schepis nach Basel, wo sie eine Sport-KV-Lehre absolviert und nun für den örtlichen FC antritt.

FC Basel

Neben Schepis hat der FC Basel mit dem Schweizer Nationalgoalie Gaëlle Thalmann (Duisburg) und der französischen Stürmerin und U19-Europameisterin Lindsey Thomas (Montpellier) zwei spektakuläre Neuzugänge gemeldet. Zuerst hatte Basel einen Wechsel der Torhüterin Barbara Lorsheyd vom niederländischen Klub Telstar ist Auge gefasst. Er findet nun aber nicht statt. Aus dem eigenen Nachwuchs stösst Vanesa Hoti zu den Aktiven.

Zurück in die Zentralerschweiz zum FC Luzern wechselt dagegen die Hüterin Nadine Böni. Sara Meier geht in die NLB zum FFC Therwil und Sara Suppa zu Bubendorf in die 2. Liga. Viel an Routine verliert Basel mit dem Rücktritt der Deutschen Kerstin Boschert. Nicht definitiv zurückgetreten, aber aus beruflichen Gründen eine Pause von unbestimmter Dauer legt Samira Susuri ein, die immerhin zum erweiterten Kader der Nationalmannschaft gehört.

Samira Susuri (r.) verlor mit Basel das zweite Spiel in Folge. (Archivbild: Uwe Zinke, sportives.ch)

Samira Susuri (r.) meldet sich für unbestimmte Zeit ab. (Archivbild: Uwe Zinke, sportives.ch)

Yverdon Féminin

Yverdon, das heuer sein 30-jähriges Jubiläum feiert, hat in zwei Fällen über den Röstigraben gegriffen: Die Waadtländerinnen haben in Tania Chassot vom SC Derendingen eine neue Torhüterin verpflichtet und von den Femina Kickers Worb kommt die Stürmerin Gentiana Morina. Aus La Chaux-de-Fonds von Etoile Sporting kommen die beiden 22-jährigen Verteidigerinnen Laura Müller und Morena Tamburini, vom FC Givisiez die Stürmerin Dilan Imrak und aus der eigenen U18 Thaïs Hurni, die eigentlich schon letzten Sommer als Zuzug gemeldet wurde.

In die unteren Ligen wechseln Aurélie Fournier (FC Nendaz) und Virginie Clivaz (FC Chamoson). Ibrahimi Linditia, Lucie Moret und Justine Carrard, die auch eine Schiedsrichterinnen-Ausbildung hat, pausieren.

FC St.Gallen

Das qualitativ ohnehin schon strapazierte Kader des FC St.Gallen muss weitere Abgänge verkraften. Cinzia Jörg, Serenella Liberati und Claudia Lüscher beenden allesamt ihre Karrieren. Dazu kommt noch der kaum zu kompensierende Wechsel der Goalgetterin Patricia Willi zum FC Zürich.

Die Mittelfeldspielerin Mirnije Selimi, die den umgekehrten Weg geht, wird die fehlenden Tore ebenso wenig alleine wettmachen können, wie die weiteren Zuzüge, die alle aus unteren Ligen kommen: Manuela Beerli und Jasmin Keller vom FC Kirchberg, Victoria Bischof und Nadine Riesen vom FC Bühler, Yasmin Beccarella aus Amriswil und Melanie Künzler von Rapperswil-Jona.

Noch offen ist die definitive Besetzung des Trainerpostens. Markus Schüepp und Karin Raymann übernehmen ihn vorläufig ad interim vom zurückgetretenen Marco Zwyssig.

FC Neunkirch

Für einmal wenige Neue meldet der FC Neunkirch. Den Abgängen von Lea Scharf und Tiziana Di Feo, die nach Deutschland wollen, und den beruflich begründeten Rückzügen von Kaitlin Jackson und Denise Storrer stehen lediglich zwei Zugänge gegenüber, dafür gewichtige. Aus der Verteidigung des SV Neulengbach kommt die 25-jährige Lucia Haršányová ins Klettgau, ihres Zeichens slowakische Nationalspielerin – nicht die erste bei Neunkirch. Vom 1. FC Lübers aus Berlin kommt die 25-jährige Mittelfeldspielerin Erika Szuh. Auch sie ist Nationalspielerin, allerdings für Ungarn.

Einige Veränderungen gibt es hingegen auf der Bank. Der Trainer Roland Frei kehrt in den Männerfussball zurück und wird von Hasan Dracic ersetzt. Er bringt das nötige A-Diplom mit. Auch Mélanie Pauli und Karl-Heinz Nann gehören neu zum Staff des FC Neunkirch, der sich im badischen Kurort Höchenschwand auf die neue Saison vorbereitet hat.

Diese Vorbereitung lief allerdings nicht ohne Nebengeräusche ab. Die so erfolgreiche Frauenabteilung des FC Neunkirch sah sich nämlich unerwartet mit starkem vereinsinternen Widerstand konfrontiert. Dem Stammverein war der organisatorische Aufwand, der mit dem Engagement der Frauen in der NLA verbunden ist, zuviel. Im Vorstand wurde diskutiert, die Abteilung zu schliessen oder abzustossen. Fürs Erste konnte man sich einigen, doch bereits jetzt funktioniert die Frauenabteilung relativ unabhängig, wie ihr Manager Heinz Rähmi bestätigt. Trainiert werde zum Beispiel oft nicht mehr in Neunkirch selbst. Nicht auszuschliessen, dass die Zukunft der Schaffhauserinnen in einem eigenen FFC liegt.

BSC YB

Traditionell wenig Personalwechsel gibt es bei den YB Frauen. Auch dieses Jahr meldet YB nur Zuzüge aus den eigenen Reihen. Yela Ziswiler, Bathie Avdyli und Charlotte Mayland aus dem eigenen Nachwuchs werden ins erweitere Kader aufgenommen. Dasselbe könnte im Verlauf der Saison mit den U17-Vizeeuropameisterinnen Alisha Lehmann und Amira Arfaoui geschehen. Von den Femina Kickers Worb stösst Sarina Schenkel zu YB, aber auch für sie ist es eine Rückkehr. Alessandra Abbühl schliesslich spielt schon bei den YB Frauen. Sie war vom FCZ ausgeliehen und bleibt definitiv in Bern.

Auf der anderen Seite geht YB etwas Qualität verloren. Die hoffnungsvolle Pauline Vienne wechselt nach überstandenem Kreuzbandriss zum Studium in die USA, wohin ihr Aline Stöckli folgt, wenngleich womöglich nur temporär. Zudem wechselt die Verteidigerin Naja Glanzmann zu GC. Höchst ungern zur Kenntnis nehmen die Bernerinnen den Wechsel der Nachwuchsinternationalen Luisa Felder zu den Juniorinnen des FC Luzern.

Auf struktureller Ebene haben die YB Frauen eine bedeutende Reorganisation vorgenommen. Nachdem vor gut einem Jahr noch ein Transfer der Frauenabteilung zum FC Bern im Raum stand, hat sich nun eine andere Lösung durchgesetzt: YB und der benachbarte FC Wyler teilen sich die Nachwuchsförderung. Zwar sind die U19 und die Nationalspielerinnen der unteren Stufen nach wie vor bei YB lizenziert, alle Juniorinnen-Teams treten aber neu unter dem Namen YB / Wyler an. Für die erste Mannschaft ändert sich nichts. Sie trägt ihre Heimspiele ohnehin bereits seit letzter Saison auf dem Gelände des FC Wyler aus.

Die Berner Verteidigerin Naja Glanzmann schlägt einen weiten Ball im Spiel YB gegen Rapperswil am 16.08.2014 in Bern (4:0) (Bild: zvg / bscyb.ch)

Blau-weiss statt gelb-schwarz: DieVerteidigerin Naja Glanzmann wechselt von YB zu GC. (Bild: zvg / bscyb.ch)

GC

Neben der Bernerin Naja Glanzmann zieht GC drei Spielerinnen aus der U21 des FC Zürich zu: die Mittelfeldspielerinnen Luana Bonfardin und Murielle Saxer sowie die Verteidigerin Mona Merckling, die zuletzt in Rapperswil spielte. Aus der eigenen U18 rückt Jasmin Wirthner nach. Ebenfalls von der U21 des FCZ kommt die Assistenztrainerin Daniela Plüss.

Nicht mehr zur Verfügung stehen GC aus beruflichen Gründen Lara Lingelbach und Yelena Rauso. Anja Thürig, gegenwärtig noch rekonvaleszent, peilt einen Auslandaufenthalt an.

Einen Wechsel gab es in der Klubleitung: Nadine Leemann übernimmt die Geschäftsführung der GC Frauen von Dario Bonato. Sportchef ist Alain Sutter, Technischer Leiter Philipp Heinzer.

FC Luzern

Eine eigentliche Transferoffensive startete der FC Luzern. Etliche Spielerinnen berichteten, vom FCL kontaktiert worden zu sein. Entsprechend viele Namen tauchen auf der Transferliste des FCL auf.

Rahel Sager (USC Landhaus), Nadine Böni (Basel), die sich auf einen Konkurrenzkampf mit Antonia Albisser um den Platz im Tor einlässt, und Nina Stapelfeldt (Zürich) sind Rückkehrerinnen. Dazu gehören auch die beiden ehemaligen Juniorinnen Nora Peter und Linda Schüpfer, im vergangenen Jahr nach Schwyz ausgeliehen. Die ehemalige GClerin Saranda Hashani kommt nach einem knappen Jahr beim FCZ in die Zentralschweiz. Direkt von GC kommt der Captain der U17-Nationalmannschaft Naomi Mégroz. Mit Géraldine Reuteler wird eine weitere Vizeeuropameisterin in die erste Mannschaft integriert. Sie hat bereits in der vergangenen Saison auf höchster Ebene deutliche Spuren hinterlassen und zwar in Form von Toren. Bereits länger bekannt sind die bedeutenden Zuzüge von Carmen Pulver, die aus der Bundesliga (Duisburg) in die Schweiz zurückkommt, sich in der Vorbereitung aber am Meniskus verletzt hat, und Romana Trajkovska vom FC Schlieren. Pulver ist aktuelle, Trajkovska gewesene U-Nationalspielerin. Als neuer Assistenz von Bigi Meier wird Daniel Landolt das Team trainieren.

Bei so vielen Neuen mussten sich natürlich einige Spielerinnen aus dem letztjährigen Kader entfernen, darunter ehemalige Teamstützen. Luzia Odermatt, Angela Stocker (beide Beruf), Nicole Gassmann, Sandra Schürmann (beide Schlieren), Renja Beck (Baar) und Gentjana Rochi (Mazedonien) verlassen alle den FC Luzern. Die Torhüterin Sabina Odermatt trainiert weiterhin beim FCL, spielt aber in Schwyz.

Stephanie Zaugg (links) im Zweikampf mit der Luzerner Torschützin Luzia Odermatt im Spiel Rapperswil-Jona - FC Luzern Frauen vom 18.10.2014 (Bild: Franz Feldmann)

Luzia Odermatt, hier im Zweikampf mit der Rapperswilerin Stephanie Zaugg, spielt nicht mehr für den FC Luzern. (Bild: Franz Feldmann)

FC Zürich

Der FC Zürich war schon für einige Schweizerinnen das Sprungbrett in die Bundesliga. In diesem Sommer hat Cinzia Zehnder den Wechsel zum SC Freiburg geschafft. Die ehemalige Schweizer Internationale Barbara Beutler beendet ihre lange Karriere. Sie spielte seit 2011 beim FCZ. Neben Mirnije Selimi (St.Gallen) lassen die Zürcherinnen auch Saranda Hashani, erst im Herbst 2014 von GC gekommen, und Nina Stapelfeldt ziehen. Beide gehen zum FC Luzern. Alessandra Abbühl hatte Zürich bereits letzte Saison zu YB ausgeliehen, das sie nun definitiv übernimmt.

Barbara Beutler beendet ihre Karriere aus beruflichen Gründen. (Archivbild: Peter Ganser)

Barbara Beutler beendet ihre Karriere aus beruflichen Gründen. (Archivbild: Peter Ganser)

Trotz dieser Abgänge braucht sich Zürich keine Sorgen um die Substanz des Kaders zu machen. Neben der Torschützenkönigin der vergangenen Saison Patricia Willi (St.Gallen), hat Zürich nämlich bereits die Ankunft der Nationalspielerin Lara Keller (Jena) und die Rückkehr von Karin Bernet aus den USA gemeldet. Vom FC Baden übernimmt Zürich Malin Gut, Absolventin der Football Academy. Aus der eigenen U21 rückt Lesley Ramseier nach, die schon zu Einsätzen in der NLA gekommen ist.

Dass der FCZ weiterhin als Klassenprimus betrachtet werden muss, zeigte sich schon in der Vorbereitung. Im unterdessen bereits traditionellen Testspiel gelang es dem FCZ erstmals, Bayern München, den amtierenden deutschen Meister, zu schlagen (3:2). Mit einem 1:1 gegen Hoffenheim erreichten die Zürcherinnen ein weiteres beachtliches Resultat gegen einen Bundesligisten. Vom 14. bis zum 16. August wird der FCZ gemeinsam mit Olympique Lyonnais, Bayner München und Paris St.Germain den Valais Cup bestreiten.


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