Veröffentlicht am: Do, 31. Juli, 2014

“Who-goes-where”, Teil II

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Noch drei Tage bis Saisonstart. Das sind die weiteren Transfers und Neuigkeiten des Sommers:

FC Staad

Interessante Veränderungen gibt es in Staad. Die Staaderinnen müssen immer noch mit dem Rücktritt ihres Urgestein Claudia Stilz klarkommen. Nun gibt auch die Vorarlbergerin Sonja Baldauf im Alter von 28 ihren Rücktritt. Und als wäre das nicht genug, legt noch die zuverlässige Torhüterin Daniela Hutter eine Fussballpause ein. Der Wechsel Sandra Aloi zum FC Zürich wurde bereits vermeldet.

Staad versucht diesen Abfluss von Routine mit vielen Zuzügen wettzumachen. Nicht weniger als neun Ankömmlinge melden die Ostschweizerinnen. Viele davon kommen von Klubs jenseits der Grenze. Die erfahrene Deutsche Natascha Corominas zum Beispiel wechselt aus Lustenau zu Staad, ebenso die junge Fabienne Hofer. Gespannt sein darf man auf die österreichische U17-Nationalspielerin Sarah Klotz, die in der letzten Saison in der zweiten Bundesliga Österreichs fünfzehn Tore für den RW Rankweil geschossen hat.

Aus Deutschland kommen Steffi Reischmann und Sabrina Ronaghi nach Staad. Ronaghi ist eine deutsch-aserbaidschanische Jugendnationalspielerin, die zuletzt in der Regionalliga bei Wacker München engagiert war. Die Trainerin Sissi Raith dürfte sie noch aus ihrer Zeit in Aserbaidschan kennen. Sie war dort Verbandstrainerin und arbeitete am Aufbau eines Ausbildungsprogramms, das auch Ronaghi besuchte. Eine weitere Jugendinternationale im Kader Staads ist neu Alma Felic aus Bosnien-Herzegowina. Diese Ausländerinnen wohnen alle grenznah, Felic hat Verwandte in der Schweiz. Von ebenda kommen mit Tamara Bigger, Vanessa Lang und Rita Mazukelyte drei weitere Neue und nicht zuletzt kann sich Staad auf die Rückkehr von Jasmin Kirchmann nach fünfmonatiger Verletzungspause freuen.

Sissy Raith, die ehemalige Nationaltrainerin Aserbaidschans, übernimmt per 1. Juli in Staad (Bild: Karin Reuter)

Profitiert von ihren Beziehungen: Sissy Raith im Dress des Fussballverbands von Aserbaidschans.(Bild: Karin Reuter)

In der Vorbereitung schlug Staad den FC Kirchberg immerhin mit 9:0, wobei sich Felic und Mazukelyte bereits mit Toren bemerkbar machten. Weil Staad, das wieder die Finalrunde erreichen will, in der Meisterschaft zuerst gegen Zürich antreten müsste, der FCZ jedoch international beschäftigt ist, greifen die Ostschweizerinnen erst in der zweiten Runde am 6. August ins Geschehen ein, dann aber gleich mit einem Derby gegen den FC St.Gallen. Das Spiel gegen Zürich wird am 27. August nachgeholt.

FC Luzern

Noch mehr als in Staad lief über den Sommer in der Innerschweiz. Die Spielerinnen des SC Kriens taten nichts und fanden sich trotzdem von einem Tag auf den anderen in einem neuen Klub wieder: Die Frauenabteilung des Vorortsvereins hat sich bekanntlich dem FC Luzern angeschlossen. Das bedeutet: Neue Farben, neue Infrastruktur – gespielt wird nicht mehr im Krienser Kleinfeld, sondern auf der grossen Luzerner Allmend –, neue Homepage. Und einen neuen Trainer: André „Bigi“ Meier kommt aus der Jugendabteilung des FC Rapperswil-Jona.

Personell haben die Luzernerinnen gewichtige Abgänge zu verzeichnen, die aber fast alle bereits gemeldet waren: Sarah Puntigam und Nicole Banecki gehen zum SC Freiburg, Nicoles Schwester Sylvie Banecki verlässt Luzern mit unbekanntem Ziel. Die Stürmerin Konstantina Frangoulis wechselt ins Baselbiet zum FC Therwil und die Internationale Alexandra Szarvas in die Stadt Basel zum FCB.

Um diesen Substanzverlust aufzufangen, arbeitete der FC Luzern wieder mit der deutschen Vermittlungsagentur Schehr & Eta sports agency zusammen, die auch für Alexandra Szarvas verantwortlich ist. So kommen nun die 24-jährige ehemalige österreichische Nationalspielerin Elisabeth Tieber, von Sturm Graz und die 20-jährige Florin Wagner aus der zweiten Bundesliga vom FFV Leipzig, dem Nachfolgeverein von Lok Leipzig, in die Schweiz. Mit Giulia Eichenberger und Valérie Zürny gehören zwei altbekannte Gesichter wieder zur ersten Mannschaft, die im Weiteren mit Nora Peter, Renja Beck und Jana Schneider drei Juniorinnen aus dem eigenen Nachwuchs aufnimmt.

Ob sich Bigi Meier trotz der Abgänge auf eine funktionierende Mannschaft verlassen kann, wurde in der Vorbereitung resultatmässig noch nicht ganz klar. Die YB Frauen wurden problemlos mit 4:1 geschlagen, gegen den Bundesligisten SC Sand gab es eine knappe 0:1 Niederlage, ebenso gegen das im letzten Jahr noch taumelnde GC, dem Luzern 3:4 unterlag. Die beiden Teams treffen in der ersten Runde der Meisterschaft gleich wieder aufeinander.

GC

Der Sieg gegen Luzern war nicht das einzige Ausrufezeichen der GC Frauen in der Vorbereitung. Nachdem das erste Testspiel gegen den FC Basel noch hoch verloren wurde und ein Vergleich mit den C-Junioren des BCO Alemannia Basel unentschieden ausging, schlugen die Zürcherinnen nach Luzern auch den VfL Sindelfingen mit 4:1. Beim Sieg gegen Luzern verletzte sich allerdings Margaux Kalberer. Die neu zum Captain ernannte Kalberer wird einige Wochen fehlen.

Wie bereits bekannt verlor GC mit Carmen Pulver (zu Duisburg) und Selina Kuster (zum FC Zürich) zwei wichtige Spielerinnen. Wie Sow und Bernet vom Stadtrivalen wechselt zudem die ehemalige U-20 Internationale Fabienne Rochaix in die USA in den Collegefussball, allerdings erst nach dem ersten Saisonspiel, das sie noch für GC bestreiten könnte. In den USA wird sie für das selbe Team auflaufen wie Bettina Brülhart, die die Vorbereitung auch mit den GC Frauen bestritten hat.

Vom FCZ übernimmt GC Yelena Rauso und Cansu Kursun, aus dem eigenen, soeben Schweizer Meister gewordenen, Nachwuchs Celina Tenini, Selina Eymann und Saranda Hashani, keine ganz Unerfahrene in der NLA. Noch weit routinierter ist Mirjam Betschart, die nach langen Jahren in Basel nach Zürich zurückkehrt. Eine in der Schweiz noch Unbekannte ist die 21-jährige Verteidigerin Lieke Lambers. Sie kommt aus den Niederlanden zu GC.

Zurück zu den Wurzeln: Mirjam Betscharf (links) verlässt den FC Basel. (Bild: Chris Blattmann)

Zurück zu den Wurzeln: Mirjam Betscharf (links) verlässt den FC Basel und hält in Zukunft für GC ihre Knochen hin. (Bild: Chris Blattmann)

Auch organisatorisch hat sich GC neu aufgestellt. Susanne Gubler übernimmt die Technische Leitung, Alain Sutter wird Sportchef, Thomas Kohli trainiert die Goalies. Daniel Landolt, bisher Sportchef, übernimmt die U18. Unverändert bleibt das einzige Frauen-Trainerduo in der NLA, bestehend aus Evelyn Zimmermann und der Assistentin Mirjam Dobler.

FC Basel

Einen neuen Trainer hat dafür der FC Basel: Kaan Kahrman tritt die Nachfolge von Beat Naldi an. Der FCB verliert zudem Fabienne Bangerter an den SC Freiburg und Mirjam Betschart an GC. Als Zuzüge vermeldet der Cupsieger Sophie Herzog (FC Zürich) und Alexandra Szarvas (SC Kriens / FC Luzern). Die Mittelfeldspielerin Aline Schwenter kehrt von ihrer Leihe beim FC Aarau zurück, Sara Meier und Sara Suppa kommen aus der eigenen, Nadine Scheidegger von der U18 des Teams Solothurn nach Basel.

Die Nachfolge von Susanne Gubler als Technischer Leiter tritt übrigens mit Stefano Ceccaroni ein Mann mit Erfahrung auf allen Ebenen des Schweizer Fussballs. Bei den Basler Verantwortlichen rechnet man nicht zwingend damit, den Erfolg der letzten Spielzeit wiederholen zu können, sondern gibt als Zielsetzung aus, mit dem „jungen Team die Favoriten ärgern“ zu wollen und zwar durch „spektakulären Fussball mit viel Leidenschaft und Herz“. Damit haben die Baslerinnen jüngst ja gute Erfahrungen gemacht.

FC Neunkirch

Keine Nachrichten erreichte uns leider vom FC Neunkirch – was wir natürlich nicht als Hinweis darauf verstehen, dass man im Klettgau, trotz der bisweilen überraschenden Kaderzusammenstellung, noch nicht genau wüsste, mit wem man am Samstag in Yverdon antreten will.

 


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  1. Drücken wir dieses Jahr FC Luzern und dem FC Basel die Daumen!

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